Im Jahr 1999 übertrug der Landkreis seine Aufgaben der Abfallentsorgung auf das Kommunalunternehmen. Die Zuständigkeit des Landkreises beschränkte sich zu diesem Zeitpunkt aber im Wesentlichen auf eine koordinierende Funktion, da die zentralen Aufgaben auf die 52 Landkreisgemeinden und den Müllabfuhrzweckverband übertragen waren. Aufgrund eines Kreistagsbeschlusses endete diese Delegation zum 31.12.2003. Die Abfallentsorgung ging damit im Jahr 2004 - wie bayernweit üblich und bewährt - wieder auf den Landkreis bzw. dessen Kommunalunternehmen über.
Das Kommunalunternehmen des Landkreises Würzburg startete im Jahr 1998 als reine Holding. Unter seinem Dach vereint waren die Kreiskrankenhaus Ochsenfurt gGmbH (jetzt: Main-Klinik Ochsenfurt gGmbH), die Kreisalters- und Pflegeheime Würzburg und Aub gGmbH (jetzt: Senioreneinrichtungen des Landkreises Würzburg gGmbH) sowie die bereits bestehende Allgemeine Personennahverkehrs GmbH (APG).
Bereits nach wenigen Monaten stand die erste Reform vor der Tür: Der Kreistag änderte die Unternehmenssatzung und übertrug dem KU alle Aufgaben, die dem Landkreis nach dem Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz (KrW-/AbfG) sowie dem bayerischen Abfallgesetz zustehen.
Damit bekam das KU die erste originäre Kompetenz. Auf dem Gebiet der Abfallentsorgung übernahm es die hoheitliche Funktion des Landkreises und trat an dessen Stelle. Ein besonders großer Bedeutungszuwachs war damit - zumindest zunächst - nicht verbunden. Der Landkreis Würzburg besaß nämlich nur eine koordinierende "Rest-Zuständigkeit", nachdem der Vollzug im Wesentlichen beim Zweckverband Abfallwirtschaft (Betrieb des Müllheizkraftwerkes Würzburg), bei einem Müllabfuhrzweckverband sowie bei den Gemeinden lag.
Eine wesentliche Erweiterung erfuhr die Abfallentsorgung im Jahr 2004. Die Delegationsverordnung, mit der wesentliche Aufgaben an die Gemeinden und einen gemeindlichen Zweckverband übertragen waren, wurde aufgehoben. Damit wurde der Landkreis Würzburg und aufgrund der Unternehmenssatzung eine "juristische Sekunde" später das KU für die Abfallwirtschaft zuständig.
Lediglich der Betrieb des Würzburger Müllheizkraftwerkes blieb in der Zuständigkeit des Zweckverbandes Abfallwirtschaft, der von der Stadt Würzburg und den benachbarten Landkreisen Kitzingen und Würzburg getragen wird.
Umfangreiche Vorbereitungen waren erforderlich, um 52 verschiedene Systeme in neue moderne Satzungen zu integrieren. Der Widerstand vieler Gemeinden und zahlreicher Bürger, eine kritisch-loyale Haltung der Landkreis-Gremien sowie eine intensive Begleitung der Reform durch die Medien kennzeichneten das Vorbereitungsjahr 2003.
Letztlich gab der Erfolg dem KU Recht: Der Gesamtaufwand für die Abfallensorgung im Landkreis konnte um mehr als 15 Prozent gesenkt werden. Für die weit überwiegende Anzahl der Landkreisbürger bedeutete dies zum Teil erhebliche Gebührensenkungen.
Das vorliegende Konzept wurde aus den 52 verschiedenen gemeindlichen Lösungen erarbeitet. Es ist gelungen, eine einheitliche und nachhaltige Abfallentsorgung und Gebührenstruktur zu finden, mit der sich alle Gemeinden identifizieren können - wenngleich natürlich nicht jede individuelle Besonderheit berücksichtigt werden konnte.
Die Aufgaben wurden dem Kommunalunternehmen des Landkreises Würzburg übertragen, da dort bereits die Bereiche Bioabfall, Bauschutt, Grüngut und Wertstoffe angesiedelt waren. Ein wesentlicher Einspareffekt ist bei den Verwaltungskosten erzielt worden, nachdem bislang in 52 Gemeinden getrennt verwaltet wurde und jetzt nur noch eine Stelle damit befasst ist.
Eine bessere Organisation der Müllabfuhr ist dadurch erreicht worden, dass Restmüll und Bioabfall gemeindeübergreifend eingesammelt wird. Zeit- und personalaufwändige Leerfahrten entfallen.
Nach einem Jahr ließ sich eine erste Bilanz ziehen. Anfang September 2004 war die Gebührenveranlagung weitgehend abgeschlossen. Da sich die Ausgaben im kalkulierten Rahmen bewegen, waren die Abfallgebühren bereits ab dem Jahr 2005 konstant niedrig.
Fazit: Die Neuorganisation der Abfallwirtschaft hat sich bewährt.
Der Umzug. Seit Januar 2005 ist der Fachbereich Abfallwirtschaft des Kommunalunternehmens des Landkreises Würzburg in den umgebauten Räumen des ehemaligen Müllabfuhrzweckverbandes am Veitshöchheimer Mainufer zu finden.
Damit ist eine kostensparende und effektivere Zusammenarbeit des Abfuhrbetriebes mit der Verwaltung unter einem Dach gesichert.
Unsere Anschrift lautet seither:
team orange
Am Güßgraben 9
97209 Veitshöchheim
Das neue Logo. Ebenfalls seit Januar 2005 tritt der Fachbereich Abfallwirtschaft des Kommunalunternehmens des Landkreises Würzburg, mit neuem Namen, neuem Logo sowie einem neuen Servicekonzept auf.
Unser Ziel: mehr Service für unsere Kunden. So haben wir zum Jahreswechsel 2005 eine Service-Hotline eingeführt und auch das KundenCenter in Veitshöchheim neu bezogen. Außerdem veröffentlichten wir erstmals unsere Abfall-Info-Broschüre für alle Kunden.
Im Frühjahr 2006 haben wir die Dauergebührenmarke für die Restmüll- und Biotonne eingeführt. Insgesamt wurden so rund 88.000 Abfallgefäße etikettiert und sind eindeutig zuordenbar. Die Marken müssen nur noch alle 5 – 6 Jahre ausgetauscht werden. Ohne Marke erfolgt keine Leerung mehr.
Am 25. März 2006 fand nach einer Idee des inzwischen verstorbenen Altlandrates Waldemar Zorn erstmalig eine landkreisweite Müllsammelaktion statt. Mit über 1.300 freiwilligen Helfern aus Kindergärten, Feuerwehr und sonstigen Gruppierungen war dies die Geburtststunde von "putz-munter", unserer beliebten Frühjahrsputzaktion im Landkreis Würzburg.
Im Sommer 2006 einigten wir uns mit der Fa. Kirsch und Sohn über die Einführung der Papiertonne im Jahr 2007.
Das Beste vorweg: Unsere Gebühren haben wir ab 2007 um durchschnittlich 7,5 % gesenkt. Grund hierfür sind die niedrigeren Verbrennungskosten, die wir somit an Sie weitergegeben haben.
Im Jahr 2007 erhielten Sie Ihren Gebührenbescheid erstmals als "Dauer"-Gebührenbescheid. Das bedeutet, dass der Bescheid so lange gültig ist, bis sich die Gebührengrundlagen ändern.
Außerdem haben wir zusammen mit der Firma SERO die Blaue Papiertonne im ganzen Landkreis Würzburg erfolgreich und vor allem ohne Zusatzkosten für unsere Kunden eingeführt.
Nicht vergessen dürfen wir in dieser Aufzählung die erfolgreiche Eröffnung der Wertstoffhöfe Wachtelberg in Kürnach und Klingholz in Giebelstadt. Dies war der Auftakt für weitere moderne und gut ausgestattete Wertstoffhöfe im ganzen Landkreis.
Weit über 2.000 Besucher haben wir beim zweiten Abfall-Info-Tag auf unserem Betriebssitz in Veitshöchheim begrüßen können.
Das Beste vorweg, denn das ändert sich nicht: im Jahr 2007 haben wir für Sie die Abfallgebühren bereits um durchschnittlich 7,5 % senken können – und auch im Jahr 2008 bleiben die Abfallgebühren konstant!
Unter dem Motto „Bei uns bewegt sich was!“ führten wir die Übernahme der Restmüll- und Bioabfuhr im südlichen Landkreis durch. Das bedeutet, dass im Süden des Landkreises Würzburg die Abfuhr der Restmüll- und Biotonnen ab Januar 2008 nicht mehr über die Firma NBS/SULO erfolgt, sondern direkt durch das team orange. Wir sehen uns dann also auch im Süden wöchentlich!
Durch die Übernahme der Abfuhr in den 14 südlich gelegenen Gemeinden wächst das team orange weiter. Acht neuen Mitarbeitern konnte ein sicherer Arbeitsplatz geboten werden. Außerdem wurden auch drei neue Müllfahrzeuge beschafft.
Sehr erfreulich war für uns auch die Inbetriebnahme der Sickerwasserreinigungsanlage in Uettingen. Dort werden bis heute die Abwässer der angeschlossenen Deponien gereinigt und aufbereitet. Ein weiterer Schritt zu einer umweltgerechteren Arbeitsweise war getan.
Im Herbst wurde das team orange zum zehnten(!) Mal in Folge als Entsorgungsfachbetrieb zertifiziert. Gegenstand der jährlichen Überprüfung ist die Sicherheit und Zuverlässigkeit des Abfuhrbetriebs sowie dessen kontinuierliche Verbesserung. Klar dass dieser Durchbruch ordentlich gefeiert werden musste.
Letztlich konnte mit den Eröffnungen der Wertstoffhöfe Schleehof in Veitshöchheim und Wöllrieder Hof in Rottendorf am 12.09.2008 und am 20.06.2008 das Netz der Wertstoffhöfe enger gestrickt werden. Diese Verbesserung kommt vor allem unseren Kunden zu Gute.
Seit der Gründung im Jahr 2004 sind bereits fünf Jahre vergangen und der Landkreis Würzburg mit seinem Kommunalunternehmen für die Abfallentsorgung verantwortlich – wir feierten also 2009 ein „kleines Jubiläum“ mit Abfall-Info-Tag und Kabarett.
Erstmals wurde das team orange für sein Qualitätsmanagement nach DIN ISO 9001:2008 zertifiziert.
Daneben wurde mit dem Internet-Relaunch und dem Start der neuen Online-Seite viel für die Kunden getan. Bis heute erhalten wir für unser frisches Design und die benutzerfreundliche Bereitstellung aller Infos aus der Welt des Abfalls viel positives Feedback.
Quasi "ganz nebenbei" wurde der bestehende Wertstoffhof in Zell runderneuert und am 5. Mai 2009 für unsere Kunden wieder eröffnet. In Betrieb genommen wurden außerdem die Wertstoffhöfe Kiesäcker in Waldbüttelbrunn (01.08.2009) und Südliches Maintal in Eibelstadt (07.10.2009).
Das Jahr nach unserem Jubiläum begann im Frühjahr mit der Einführung einer landkreisweiten Grüngut-Straßensammlung. Nach einem Beschluss des Kreistags werden seither alle 52 Landkreisgemeinden von der Sammlung erfasst und können ihr Grüngut zweimal jährlich am Straßenrand zur Abfuhr bereitstellen.
Am gleichen Sitzungstag wurde auch die neue Serviceleistung "Sperrmüll auf Abruf" beschlossen und eingeführt. Eine wesentliche Verbesserung für unsere Kunden, die neben der kostenlosen Entsorgung ihren Sperrmüll nun auch für pauschale 10 € (bis 5 cbm) abholen lassen können.
Im September ging mit dem neuen Tausch- und Verschenkmarkt ein neues Portal des team orange online. Interessierte Kunden können darin gebrauchte Gegenstände einstellen und sie ggf. tauschen oder verschenken. Wir verfolgen damit den Abfallvermeidungsgrundsatz auf sehr moderne Weise und haben uns sehr über die gute Annahme des Marktes im Landkreis gefreut.
Nach der Übernahme des südlichen Landkreises im Jahr 2008 konnte 2010 auch die Containerabfuhr vereinheitlicht werden. Ein hierzu neu bestelltes Fahrzeug übernimmt seit dieser Zeit die Abfuhr der Sperrmüll-, Altholz- und Grüngut-Container auf den Wertstoffhöfen im südlichen Landkreis.
Seit Eröffnung des Wertstoffhofes Bärental in Ochsenfurt (nach Umbau) ist auch der Osten des Landkreises an die neue und moderne Wertstoffentsorgung angeschlossen. Mit der Inbetriebnahme am 5. November 2010 wurde das Wertstoffhofkonzept des team orange vervollständigt und vorerst zum Abschluss gebracht.
Das Jahr 2011 stand für das team orange ganz im Zeichen der Erweiterung und des Fortschritts.
So werden in Zukunft durch den Einbau von 10 neuen Hochleistungs-Hydraulikfiltern bei den Müllfahrzeugen bis zu 800 Liter Öl pro Jahr eingespart.
Ein weiteres Zukunftsprojekt war die Ausrüstung des Veitshöchheimer Betriebssitzes mit einer 28 KW-Photovoltaikanlage. Weil wir von dem erzeugten Strom nur einen kleinen Teil selbst verbrauchen, werden die Mehrmengen ins öffentliche Stromnetz eingespeist. Die damit erzielten Einspeisevergütungen kommen in vollem Umfang wieder dem Gebührenhaushalt und somit allen Gebührenzahlern zu Gute.
Außerdem konnte durch die Neuorganisation der Tourenplanung der bestehende "Flickerlteppich" der Abfuhrgebiete deutlich optimiert werden. Die Änderungen wurden in den ca. 110.000 betroffenen Haushalten fast geräuschlos umgesetzt.
Daneben konnte auch im Bereich der Problemmüllsammlung eine Verbesserung für die Kunden erzielt werden. Die mobile Problemmüllsammlung findet seit 2011 dreimal jährlich auf jedem Wertsttofhof statt. Bis zu diesem Zeitpunkt war die Abgabe von Problemmüll nur zwei Mal pro Jahr in Wohnortnähe möglich.
Darüber hinaus konnte auch im Bereich der Abfallvermeidung ein wichtiges Ziel erreicht werden. Denn durch die Erweiterung des Tausch- und Verschenkmarktes zum Tauschmarkt Mainfranken können seither alle Einwohner aus Stadt und Landkreis Würzburg Dinge tauschen oder verschenken, die zum Wegwerfen einfach zu schade sind. Ziel ist es auch hier, möglichst viele Städte und Landkreise in den Verbund zu integrieren, um damit noch deutlichere Synergieeffekte zu erzielen.
Gedruckt von: http://www.team-orange.info/geschichte.html