Von der "staubfreien Müllabfuhr" zum modernen Abfallwirtschaftsbetrieb
Geregelte Abfuhr seit 1962
Dass Müllbeseitigung durch die ständig steigenden Abfallmengen zunehmend wichtiger wurde, erkannten schon damals die Verantwortlichen aus Gemeinden und Politik. Bereits Anfang der Sechziger herrschte zwar die allgemeine Meinung, dass Abfallbeseitigung nicht die populärste Gemeindeaufgabe sei. Dennoch wollte man aus hygienischen Gründen und zur Sauberhaltung der Gemeinden und Flure eine geregelte Abfuhr einführen. Dies war die Geburtsstunde des Müllabfuhrzweckverbands, der am 12. Oktober 1961 von den Gemeinden Gerbrunn, Kirchheim, Veitshöchheim und Waldbüttelbrunn gegründet wurde.
Begonnen wurde die Abfuhrtätigkeit ab 1. Januar 1962 mit dem Einsatz eines 7,5 Kubikmeter fassenden Müllfahrzeuges, das die Abfälle der rund 36.000 Einwohner an zwei Tagen in der Woche einsammelte.
Einheitliche Behältergrößen ab 1979
Wegen dem Anschluss weiterer Gemeinden und der Gebietsreform im Jahr 1977 erhöhte sich das zu entsorgende Abfallaufkommen stetig. Um den steigenden Mengen und Nutzerzahlen gerecht zu werden, führte der Müllabfuhrzweckverband im Jahr 1979 für alle Haushalte einheitliche Abfallbehälter ein. Dies gewährleistete dem Verband ein wirtschaftlicheres Arbeiten und den zwischenzeitlich knapp 110.000 angeschlossenen Einwohnern die rechtzeitige Abholung ihrer Abfälle.
Entsorgt wurden die gesammelten Abfallmengen zu Beginn größtenteils auf gemeindeeigenen Müllkippen, unter anderem in Eisingen, Kirchheim, Ochsenfurt, Erbshausen, Bergtheim und Böttigheim. Die teilweise großen Entfernungen zwischen Entsorgungsgebieten und Deponiestandorten stellten aber mehr und mehr ein vor allem logistisches Problem dar. Mit Inkrafttreten des Abfallbeseitigungsgesetzes im Jahr 1977 beschlossen die Verantwortlichen deshalb den Bau eines Müllheizkraftwerkes, das am 1. Juli 1984 in Würzburg seinen Betrieb aufnahm.
Recycling für alle!
Ab dem Jahr 1984 wurde dann der Problemmüll aus Haushaltungen, wie zum Beispiel Farbreste, Batterien, Spraydosen, Ölfilter, etc. aussortiert. Nach und nach kamen in den Jahren 1991 bis 1993 die Fraktionen Bioabfall, Sperrmüll, Gelber Sack und Grüngut hinzu. Dies war der Beginn eines für damalige Verhältnisse modernen Recyclings, dessen Gedanke auch vom Inkrafttreten des Kreislaufwirtschaft- und Abfallgesetzes am 6. Oktober 1996 weiter gestützt wurde.
Seither verfestigte sich der Recycling-Gedanke auch in den Köpfen der damals rund 125.000 an die Abfallentsorgung angeschlossenen Einwohner. Bis zum heutigen Tage werden im Landkreis Würzburg in die oben genannten Fraktionen getrennt gesammelt. Hinzu kamen im Laufe der Zeit noch die Fraktionen Elektro-Altgeräte und Altglas sowie Altkleider, Altholz und Altreifen. Getrennt wird weiterhin Altpapier, Altmetall und Bauschutt sowie CD´s und Flaschenkorken. Entsprechende Abfälle können überwiegend auf den landkreiseigenen Wertstoffhöfen entsorgt werden.
Abfallwirtschaft seit 2004 beim team orange
Aufgrund eines Kreistagsbeschlusses endete die abfallwirtschaftliche Zuständigkeit der einzelnen Landkreisgemeinden zum 31. Dezember 2003. Gleichzeitig wurde auch der Müllabfuhrzweckverband aufgelöst. Seither ist das team orange für die Abfallwirtschaft im Würzburger Land zuständig. Als Teil des Kommunalunternehmens des Landkreises Würzburg kümmern sich täglich circa 120 Mitarbeiter um die ordnungsgemäße und vor allem umweltschonende Entsorgung des Abfallaufkommens.
Seit Übernahme der Aufgabe ist das team orange bemüht, sowohl ökologisch als auch ökonomisch mit den Gebühren der Landkreisbürger zu wirtschaften. Jährlich durchgeführte Kundenbefragungen bestätigen dieses Handeln und bescheinigen dem Abfallwirtschaftsbetrieb eine hohe Kundenzufriedenheit in allen Unternehmensbereichen. Mit einer Verwertungsquote von über 80 Prozent und konstant niedrigen Abfallgebühren ist der Landkreis Würzburg sehr gut aufgestellt.
Ein hoher Ansporn, den es auch in der Zukunft zu halten und noch weiter auszubauen gilt.
Die Bilder vom Sperrmüllkonzert mit der Band "Recyklang" finden Sie hier.






