Der Landkreis Würzburg will den Mehrweg gehen

Der Gesetzgeber hat Restaurants und Lieferdienste dazu verpflichtet ab 2023 Mehrwegbehältnisse als Alternative zu Einwegbehältern für das angebotene to-go-Essen anzubieten. Gastronomen können auf eigene Mehrwegsysteme zurückgreifen oder ein bestehendes nutzen. Mehrwegsysteme gibt es viele. So kann der Kunde bei der Abholung des Essens für den Mehrwegbehälter zahlen und kann diesen dann bei allen teilnehmenden Gastronomiebetrieben zurückgeben und erhält daraufhin sein Pfandgeld zurück. Finanziert wird dieses System über einen Betrag, den der Gastronom an den Systembetreiber je verkauften Essens zahlt. Andere Anbieter arbeiten mit einer App. Die Behälter werden mittels Barcode gescannt und müssen innerhalb eines festgelegten Zeitraumes zurückgebracht werden, ansonsten entstehen dem Kunden Kosten.

Initiiert durch die Nachhaltigkeitsbeauftragte Maria Bethge vom team orange, dem Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises Würzburg, trafen sich am Montag, den 10. Januar 2022, Landrat Thomas Eberth, KU-Vorständin Eva von Vietinghoff-Scheel sowie DEHOGA-Bezirksgeschäftsführer Michael Schwägerl und DEHOGA-Kreisvorsitzende Claudia Amberger-Berkmann. „Essen to-go erfreut sich großer Beliebtheit, dabei steigen unsere Müllmengen kontinuierlich. Abhilfe können Mehrwegsysteme schaffen. Ein Mehrwegsystem kann mindestens einhundert Einweggeschirre ersetzen“, so Maria Bethge.

„Die Pandemie hat gezeigt, wie wichtig das Thema Essen to-go ist und wieviel Müll dadurch mehr produziert wird. Dabei gilt nach wie vor, der beste Müll ist der, der nicht entsteht. Daher müssen wir in allen Bereichen auf Müllvermeidung setzen, ein Partner sollte die Gastronomie und der dazugehörige Konsument sein“, betonte Landrat Thomas Eberth. Auch die Kreisvorsitzende Claudia Amberger-Berkmann sieht gut Chance auf offene Ohren ihrer Mitglieder, aber auch der verschiedenen nicht organisierten Gastronomiebetriebe und Fastfoodunternehmen.

Bereits 2022 den Mehrweg zu gehen, war die Zielsetzung des gemeinsamen Treffens. Die daraus resultierenden Herausforderungen wurden in dem gemeinsamen Gespräch erörtert. Ein System zu finden, das ein Großteil der angebotenen to-go-Speisen im Landkreis abdeckt, praktikabel für die Gastronomiebetriebe ist und von den Kunden angenommen wird, ist die gemeinsam erarbeitete Vision. Vor diesem Hintergrund werden umgehend mit Gastronomen aus dem Landkreis, welche bereits ein Mehrwegsystem nutzen, Gespräche geführt, sowie Kontakt zu anderen Landkreisen aufgenommen, die bereits ein Mehrwegsystem eingeführt haben. Im Frühjahr findet die Gruppe erneut zusammen mit dem Ziel, interessierte Gastronomen im Landkreis über die verschiedenen Mehrwegsysteme aufzuklären.

„Über Information, Aufklärung, Unterstützung hoffen wir auf einen Erfolg“, so Eva von Vietinghoff-Scheel. Nun gilt es, die vielen offenen Fragen zu klären und dann ein entsprechendes Konzept für den Landkreis, eventuell auch mit Einbindung der Stadt Würzburg, anzugehen.

„Wir hoffen, zahlreiche Gastronomiebetreibe für die vorzeitige Umstellung auf ein Mehrwegsystem gewinnen zu können“, so Landrat Thomas Eberth zum Abschluss des Gespräches, denn Klimaschutz hat viele Facetten.

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